Willkommen!

Das Fischrevier Thur II umfasst als bevorzugte Forellen-, Äschen-,  Barben- und Aletregion die Thur von der Einmündung der Sitter bis zur Brücke bei Kradolf-Schönenberg.
Der Thurabschnitt eignet sich hervorragend für die Fischerei.
Die 4,8 km lange Flussstrecke ist weitgehend unverbaut und landschaftlich reizvoll.

 

Initiative: Pestizidverbot in der Schweiz

Es gibt nichts Gutes – ausser man tut es

Hier setzt die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» an: Chemisch hergestellte Pestizide sollen ohne Ausnahme verboten werden.
Die Fischer und deren Organisationen haben, nicht zuletzt aufgerufen durch «Petri-Heil», wesentlich dazu beigetragen, die Initiative zu finanzieren.
Jetzt gilt es, die nötigen 100 000 Unterschriften für eine Volksabstimmung möglichst schnell zu sammeln. Helfen Sie mit, unterschreiben Sie, überzeugen Sie Ihre Freunde, Nachbarn, Mitarbeiter!
Nur so können wir eine nachhaltige und hoffentlich wieder ertragreiche Fischerei in sauberen Gewässern in Zukunft sicherstellen.

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Bericht zum Projekt Kraftwerk Tuurau - Ghögg bis Muggensturm

Liebe Fischer,
meine Sichtweise habe ich in einen Bericht über das Neubauprojekt Kraftwerk Tuurau verfasst.
Ich bitte Euch diesen zu lesen und euch zu äussern. Der Bericht ist vorläufig nur auf dieser Webseite veröffentlicht.

Aus fischereilicher Sicht würde zudem der rund 1km lange Abschnitt in unserem Revier vom Muggensturm bis zum Zusammenfluss nur 2,2 m3/s Restwasser fliessen (die tiefste Abflussmenge 2,8 m3/s, das Maximum Januar 2004 mit 690 m3/s). Das trübe Wasser aus der Sitter (Gübsensee) würde nur mit wenig klarerem Thurwasser vermischt. Fischen beim Muggensturm könntet ihr dann fast ganz vergessen.

 

Neubauprojekt Kraftwerk Tuurau
Unteres Ghögg bis Muggensturmer Felsen bei Bischofszell

Unrentable Stromproduktion auf Kosten unserer Natur und Steuergelder

Viele Bäche, die Jahrzehnte in unterirdischen Röhren flossen, werden heutzutage wieder aus den Röhren befreit und renaturiert.
Die rund 3 Kilometer lange Thurschlaufe bei Bischofszell hingegen soll mit einem neuen Kraftwerk kurzgeschlossen werden, und 36m3 Wasser pro Sekunde sollen von der Thur in einen unterirdischen Druckstollen umgeleitet werden.


Karte mit der Thurschlaufe bei Bischofszell: Die rote Linie zeigt den Verlauf des Druckstollens vom «Unders Ghöög» bis zum neuen Maschinenhaus im Nagelfluh-Felsen Muggensturm

Man sollte meinen, dass dies nicht im Interesse der Bischofszeller/innen und deren Politiker ist, aber scheinbar interessiert es niemanden, wenn unter der imposanten alten Thurbrücke (auch bekannt als «Krumme Brücke») nur noch eine minimale Restwassermenge von 2,2m3 pro Sekunde fliesst.

Auch die kantonalen Behörden, die massgeblich für die Bewilligung des Wasserkraftwerkes zuständig sind, sehen scheinbar nur Vorteile im neuen Kraftwerk. Welche Chancen haben da die einsprechenden Umweltorganisationen und Fischer, wenn Thurgauer Behörden und Politiker die Thur im Thur(gau) eindolen möchten?! Dabei sind naturnahe Bäche und Flüsse wichtige Lebensräume für Mensch und Tier!


Visualisierung der neuen Wehranlage im Unteren Ghögg

Fatalerweise werden auch noch die Kosten teilweise von Bund und Kanton aus Fördermitteln (Kostendeckende Einspeisevergütung) übernommen, das heisst, unsere Steuern werden dafür verwendet.

Der Kanton Thurgau verzichtet auf den ihm zustehenden Wasserzins von jährlich ca. CHF 500‘000.-, -was über die beantragte Konzessionsdauer hinweg den stattlichen Betrag von etwa CHF 40‘000‘000.-ergibt. Das Kraftwerk erhält somit Fördergelder und kantonale Unterstützungen von insgesamt über CHF 100‘000‘000.-. Nur so ist für die Betreiberin das Kraftwerk überhaupt finanziell tragbar.

Das Kraftwerk bekommt eine Abnahmegarantie für den Strom, und zwar zu einem fixen Preis und für 25 Jahre. Jedes Jahr fliessen somit CHF 2,555 Mill. von der Swissgrid zur Betreiberin. Macht über 25 Jahre stolze CHF 64 Mill. Swissgrid-Gelder! Das ist das Doppelte der Investitionskosten (CHF 31,4 Mill.). Die vollständige Abschreibung ist somit über 25 Jahre garantiert und auch die jährlichen Produktionskosten (Unterhalt, Versicherung, Administration) sind gedeckt.

Über 25 Jahre liegt die Kapitalverzinsung bei ca. 2% über 60 Jahre gerechnet bei ca. 5%. Diese Zahlen können die Betreiber aber nur erreichen, weil der Kanton Thurgau auf den Wasserzins verzichtet (weitere versteckte Subvention!). Sonst wäre das Kraftwerk nicht rentabel!

Der bemerkenswerte Muggensturmer Felsen wird mit einem ca. 6 Stockwerke hohen Maschinengebäude regelrecht verbaut. Dies bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung der Landschaft und der Landschaftsschutzgebiete.

Die Projektanten haben das erste Projekt anfangs 2015 zurückgezogen danach wurde ein neues Projekt ausgearbeitet. Im November 2016 wurde das Konzessions- und Baugesuch eingereicht, und dieses durchläuft aktuell die Prüfungen der zuständigen Ämter und Behörden der Stadt Bischofszell und des Kantons Thurgau.


Der Muggensturmer Felsen mit den Visieren für das Turbinenhaus – im Zonenplan der Stadt Bischofszell in der Naturschutzzone, im Schutzplan derselben geschützt als Kultur- und Naturschutzobjekt.

Nebst dem Auenwaldgebiet im Ghögg ist der Muggensturmer Felsen ein eindrücklicher Ort von besonderer Naturschönheit. Gerade beim Turbinenauslauf des geplanten Kraftwerkes ist heute wieder eine Äschen-Population anzutreffen, und Eisvögel brüten dort in den steilen Uferböschungen.

    
Eisvogel – Bestand in der Schweiz verletzlich - und die Äsche - schön, sensibel und bedroht – Fisch des Jahres 2016

Diese gefährdeten Tiere werden immer weniger Lebensräume im Thurgau finden.

Im Prinzip spricht fast nichts gegen eine Stromproduktion mit Wasserkraftwerken, ausser die gegenwärtig tiefen Strompreise. Aktuell ist die Axpo in Finanznöten. Wie kann unter diesen Umständen ein kleines Wasserkraftwerk rentieren? Dennoch soll die Thur in eine rund 700-800 Meter lange unterirdische Röhre von 2,80 Metern Durchmesser gezwängt werden.

Die Profitgier kennt keine Grenzen, wenn es um ein Paar Kilowattstunden mehr geht.
Als Alternative denkbar wäre ein Durchlaufkraftwerk, das zwar nicht ganz so viel Strom produziert, aber die Thur in ihrem ursprünglichen Flussbett belässt. Als Beispiel könnte das neue Kraftwerk Thurfeld bei Schönenberg TG dienen. Statt Strom für 4000 Haushalte könnte ein solches naturschonendes Durchlaufkraftwerk vielleicht Strom für 3000 Haushalte produzieren.

Rentabel wird das Druckstollen-Kraftwerk für die Betreiberin lediglich, weil es mit Subventionen von Bund und Kanton massiv mitfinanziert wird.
Die Stromproduktion des neuen Kraftwerkes würde nur einen äusserst geringen Anteil von etwa 0.05 Prozent (1/2000!) an der gesamten Schweizer Stromproduktion ausmachen, wäre unrentabel und würde zudem auch nicht den notwendigen flexiblen Spitzenstrom liefern können, den es gemäss der Energiestrategie des Bundes aber gerade brauchen würde.

Es braucht die Bereitschaft, auf die Natur Rücksicht zu nehmen, und eine ehrliche Interessensabwägung zwischen Naturschutz und Stromproduktion. Im konkreten Fall ist klar:
Der Auenschutz, die Naturschutzgebiete und die Thur im Thurgau sind stärker zu gewichten.

27. Dezember 2016 fe

 

 

Medienmitteilung der gemeinsamen Einsprache gegen das Kraftwerk "Tuurau"

Das Kraftwerkprojekt mit Druckstollen beeinflusst die Thur von der Kantonsgrenze St. Gallen - Thurgau bis zum Muggensturmer Felsen!
Bereiche Ghögg, Katzensteig, alte Thurbrücke, Papierfabrik, Zusammenfluss Sitter-Thur, Tellen, Muggensturmer Felsen

 

Medienmitteilung, Bischofszell TG, 07. Dezember 2016

Höchste Zeit für neue Wege beim Kraftwerk Tuurau

Die Umwelt- und Fischereiorganisationen sind sich nach genauer Prüfung der Projektunterlagen einig: Der „Neubau Kraftwerk Tuurau“ an der Thur bei Bischofszell TG ist nicht tragbar. Sie haben darum gemeinsam Einsprache gegen das Bau- und Konzessionsprojekt „Neubau Kraftwerk Tuurau“ erhoben. Die weitere Beeinträchtigung von zwei Auengebieten von nationaler Bedeutung ist nicht zu verantworten und wiederspricht dem gesetzlich verankerten Auenschutz, welcher eine Wiederherstellung der dynamischen Auenfunktionen fordert. 

Auen sind die Regenwälder der Schweiz. In keinem anderen Lebensraum können wir so viele Arten beobachten – 84 Prozent aller einheimischen Tiere und Pflanzen kommen in Auen vor. Und doch gehören Auenlandschaften zu den gefährdetsten Lebensräumen der Schweiz. 90 Prozent sind in den letzten 200 Jahren verschwunden. Ein Neubauprojekt, welches Auen von nationaler Bedeutung beeinträchtigt, ist rechtlich nicht zulässig und muss darum genau unter die Lupe genommen werden. 

Die Umwelt- und Fischereiorganisationen Aqua Viva, Fischereiverband Thurgau, Fischereiverein Thur I, Fischereiverein Thur II, Pro Natura, Schweizerischer Fischerei-Verband und WWF haben beim Projekt „Neubau Kraftwerk Tuurau“ grosse Unstimmigkeiten entdeckt und Einsprache erhoben. 

Das Auengebiet von nationaler Bedeutung ‚Ghöggerhütte‘ würde durch den Höherstau von bis zu 2.8 Metern sowie Dammbauten mit bis zu 7 Meter tiefen Stahlspundwänden mitten im Auengebiet beeinträchtigt. Im nationalen Auengebiet ‚Unteres Ghögg‘ soll der Wasserabfluss massiv reduziert werden. Der Einstau und die Verringerung des Abflusses verhindern die für Auen typischen Prozesse der Dynamik und der stetigen Umgestaltung. „Es kann nicht sein, dass für 0.05 Prozent der Schweizer Wasserkraft-Stromproduktion zwei national geschützte Auen weiter beeinträchtigt werden. Das widerspricht geltendem Gesetz“ betont Benjamin Leimgruber von der Gewässerschutzorganisation Aqua Viva. Das Projekt „Neubau Kraftwerk Tuurau“ ist mit dem Schutzziel der ungeschmälerten Erhaltung der Auengebiete nicht zu vereinbaren. 

Aber nicht nur die Auengebiete leiden unter dem Einstau. Fliessgewässer gehören generell zu den am stärksten beeinträchtigten Lebensräumen der Schweiz. Die Thur ist im Projektgebiet die Heimat der gefährdeten Äsche, welche auf freifliessende Strecken und eine lockere Kiessohle angewiesen ist. Christoph Maurer vom Thurgauer Fischereiverband: „Es ist Zeit, Verantwortung für unsere Flüsse und Bäche und deren Bewohner zu übernehmen. Für die in der Thur heimischen Arten, wie beispielsweise die gefährdete Äsche, sollte das Gewässer aufgewertet werden, anstatt weitere Beeinträchtigungen zuzulassen.“ So könnte bei Bischofszell ein Auenparadies für Tiere und Pflanzen, aber auch für den Menschen geschaffen werden. 

Dazu braucht es die Bereitschaft auf die Natur Rücksicht zu nehmen, und eine ehrliche Interessensabwägung zwischen Naturschutz und Produktion zu tätigen – in diesem Fall ist klar: der Auenschutz ist stärker zu gewichten.

Das Kraftwerk Tuurau und die Umgebung  

Das heute noch in Betrieb stehende Kraftwerk Tuurau nutzt die Wasserkraft der Thur bei Bischofszell TG. Der Wehrstandort liegt oberhalb der Thurschlinge, wo die Sitter in die Thur mündet. Rund 1,6 Kilometer unterhalb des Wehrs steht die imposante Krumme Brücke – die längste in der Schweiz erhaltene Natursteinbrücke. Der schöne Flusslauf ist landschaftlich eindrucksvoll und liegt entsprechend auch in einem Landschaftsschutzgebiet. Kurz oberhalb des Wehrs befindet sich das Auengebiet von nationaler Bedeutung Ghöggerhütte und wenig unterhalb beginnt das nationale Auenschutzgebiet Unteres Ghögg.

Das Wehr leitet heute das Wasser in einen Kanal zur Zentrale in der ehemaligen Papieri Bischofszell. Beim neuen Kraftwerk würde das Wasser beim Wehr in einen Druckstollen zur neuen Zentrale im Gebiet Muggensturmer Fels geleitet werden. Die Restwasserstrecke verlängert sich dadurch von heute knapp 2 Kilometer auf rund 3 Kilometer. 

Verlängert wird durch den projektierten Höherstau von bis zu 2.8 Metern auch die eingestaute Strecke oberhalb des Wehrs. Neu würde die Staustrecke rund 1.6 Kilometer betragen. Das sind rund 600 Meter mehr als heute. 

Das neue Ausleitkraftwerk Tuurau würde somit gut 4.5 Kilometer der Thur mitsamt ihren zwei Auengebiete von nationaler Bedeutung, Naturschutzgebiete, Landschaftschutzgebiet und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen. 

Weitere Auskünfte
Benjamin Leimgruber, Bereichsleiter Gewässerschutz Aqua Viva, 052 624 02 91, 078 736 61 81, benjamin.leimgruber@aquaviva.ch

Christoph Maurer, vertritt den Fischereiverein Thur I, Thurgauer Fischereiverband und den Schweizerischen Fischereiverband, 071 221 12 61, 079 819 50 59, christoph.maurer@egelli.com

Pressebild
http://www.aquaviva.ch/medien/pressemitteilungen-aqua-viva

 

Legende: Das bestehende Wehr des Kraftwerks Tuurau. Das Projekt sieht ein knapp 3 Meter  höheres Wehr vor. Bild: Aqua Viva

 

 

Die Thur-Äsche - es gibt sie noch!

Herbst 2016 bei Niedrigwasser - beim Muggensturmer Felsen
Nach intensiver Suche doch noch gefunden: die Äschen beim Steigen auf Insekten!
Keine weiss vorher sie kommen - von unseren Einsätzen vor ca. 4 Jahren, von den oberen Revieren Thur 1 oder Thur St. Gallen? Alle sind etwa 25-30 cm lang und sehr aktiv. Auch Eisvögel sind oft beim Muggensturmer Felsen zu sehen und zu hören!

 

Foto: Barbara Weber
 

 

Dorffest 20 Jahre Kradolf-Schönenberg am 26. + 27. August 2016
Dank Wetterglück, perfekter Organisation und viel Einsatz der Vereinsmitglieder war der Auftritt des Fischervereins Thur 2 ein gelungener und unvergesslicher Anlass.

 

Unser Stand am Dorffest 2016 bei Vollbetrieb.